Martin Spengler & die foischn wiener

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Es gibt Musik, bei der man mit den journalistischen Möglichkeiten in der Beschreibung einfach an die Grenzen stößt, die einen an jenen Punkt führt, an dem Worte alleine nicht mehr ausreichen, um jenes Gefühl zu vermitteln, welches über diese zum Ausdruck gebracht wird. Was Martin Spengler und seine „foischn“ Wiener auf ihrem neuen Album auf den Weg bringen, ist schlicht die allerhöchste Kunst des modernen Wiener Liedermachertums.

Michael Ternai - MICA - 2012

Das Quartett Martin Spenger & die foischn Wiener beweist mit „Vü föd ned”, dass sein schönes Neo-Wienerlied-Debüt vor zwei Jahren kein Zufallstreffer war. Die Musik  im Kern mit Gitarre, Ziehharmonika und Kontrabass angerichtet  ist reduziert und kitschfrei, die teils zweistimmig gesungenen Dialekttexte handeln ansprechend von der Liebe, dem Leben, dem Tod und dem Alkohol, und nicht einmal die Vertonung des „Michael Kohlhaas”-Stoffes gerät hier aufgesetzt oder gar prätentiös.

Gerhard Stöger - Falter - 13.3. 2014

Die Gitarre grundiert die Stimmung, und Spenglers transparente Stimme schwingt sich darüber, bis sie beim ersten Refrain Gesellschaft in der Terz bekommt, dann kleidet das Ensemble den Klang des Stücks aus, Quetsche, Bass, Geige. Gemeinsam umrahmen sie wehmütig das Pochen der Geschichte auf ihrem Weg ins Nirgendwo, in das Aufblitzen einer Hoffnung und deren Verlöschen, Strophe um Strophe, Minute für Minute, ein bezauberndes Lamento, ein kleiner Roman. (...)  Feines, intelligentes Album vom oberösterreichischen Zuagrasten und daher originalen Wieners Martin Spengler. Er bestellt ein weites Feld zwischen Melancholie und Satire, zwischen Lamento und Gstanzl. Klassisches Instrumentarium mit Hang zum Soul.

Christian Sailer - Profil - 14. April 2014

Schon mit dem Debut »die liebe, da dod und die aundan gfrasta« haben Martin Spengler& die foischn Wiener in der einschlägigen Szene aufhorchen lassen, mit »vü vöd ned« erscheint dieser Tage das vielzitierte schwierige zweite Album. Und es ist mindestens gelungen. Mit dem Instrumentarium Gitarre, Knopfharmonika, Kontrabass, Flügelhorn, Percussion und Rhodes Piano, sowie der essenziellen zweiten Stimme von Manuela Diem entwirft die Band ein sehnsüchtiges akustisches Panorama. (...) »vü föd ned« ist ein stimmungsvolles Album, bei dem der (auch) eingesetzte klassische Wienerliedsound oft wie ein bewusst gesetztes Zitat, eine Art Metaebene erscheint, und das ist gut so.

Stefan Koroschetz - SKUG - 20.3. 2014

Was der Vierer aber auf seinem nun erscheinenden neuen Werk „vü föd ned“ auf den Weg bringt, lässt die Begeisterung dann doch um eine Spur höher schnellen, als es sonst der Fall ist. Die Art nämlich, wie die „Zuagroasten“ mit dem modernen Wiener Sound umgehen und diesen neue Blüten treiben lassen, zeigt sich als die ganz hohe Liedermacherkunst in der facettenreichen musikalischen Sprache Wiens. (...)  Nichts wirkt aufgesetzt oder gekünstelt, die Musik des Quartetts ist eine ehrliche und genau aus diesem Grund auch eine von Natur aus so eindringliche und berührende. Man glaubt den Geschichten einfach, die Martin Spengler und seine MitmusikerInnen augenzwinkernd und mit poetischer Note zum Besten geben. „vü föd ned“ ist auf jeden Fall ein Album geworden, dem man Gehör schenken sollte, denn eines ist sicher, kalt wird es vermutlich niemanden lassen. (mt)

Michael Ternai - MICA - 12.3.2014